Circovirus, PBFD

Das PBFD-Virus ist ein DNA-Virus, das hochgradig ansteckend

und gegen viele Desinfektionsmittel resistent ist

und auch außerhalb des Vogels über mehrere Monate teilweise sogar Jahre ansteckend bleibt.

       

Übertragungswege:

Vor allem wird der

 PBFD-Virus inhaliert oder oral aufgenommen, z.B.

über Kot- und Federstaub auch in der Raumluft.

Die Jungtiere stecken sich leicht beim Füttern an.

Wasser und Futternäpfe,

Spielzeug und Sitzstangen sorgen ebenfalls für die Übertragung auf andere Vögel.

Auch der Mensch überträgt es von einem Vogel zum Anderen

und kann durch Besuch auch andere Bestände gefährden.

Das Virus ist jedoch nur für Papageienartige Vögel ansteckend!

Das PBFD-Virus vermehrt sich nach der Ansteckung in dem Knochenmark,

der Haut, den Federfollikeln und der Kropfschleimhaut.

Die Inkubationszeit ist stark schwankend von 2-4 Wochen bei Nestlingen

bis hin zu mehreren Monaten oder Jahren bei adulten Vögeln,

abhängig vom Beginn der Mauser.

 Vögel unter 5 Jahren scheinen am anfälligsten für die Infektion zu sein.

Es gibt auch Vögel, die ihr Leben lang das Virus ausscheiden

ohne jemals selber Symptome einer Erkrankung zu zeigen.

Dies führt oftmals zu einer Verbreitung ohne dass der Ursprung bekannt wird.

 

 

 

 

 

      Symptome

perakuter Verlauf:

Am häufigsten bei frisch Geschlüpften. Apathie,

Pneumonie (Lungenentzündung),

Durchfall, Abmagerung und plötzlicher Tod.

Aufgrund des meist sehr schnellen Verlaufes kommt es nicht zu Federveränderungen.

akuter Verlauf:

Vor allem bei Jungtieren während der Federbildung um den 30ten Tag.

Apathie, Durchfall und Veränderungen an den Federn; brechen,

verbiegen und bluten der neuen Federn.

Auch hier tritt der Tod meistens sehr rasch ein.

chronischer Verlauf:

Bei älteren Tieren bestehen die Hauptsymptome vor allem in Federveränderungen,

die sich bei jeder Mauser verschlimmern.

Hinzu kommen oft zusätzliche Infektionen

(Sekundär-Infektionen) durch das geschwächte Immunsystem.

Gerade bei älteren Vögeln kann die Krankheit aber auch lange Zeit symptomlos verlaufen,

 so dass die erkrankten Vögel den ganzen Bestand infizieren können.

Sichtbare Veränderungen:

Die sichtbaren Veränderungen sind an

 Federn, Schnabel und Krallen zu erkennen,

sie können kombiniert oder alleine auftreten.

Es kann zu ringförmigen Einschnürungen der Federschäfte kommen,

hier brechen die Federn oft ab.

Die Federn lassen sich häufig leicht herausziehen.

Es sind blutverkrustete Federstümpfe zu sehen.

Durch die Schädigung der Federfollikel kommt es zum Ausfallen der Daunen und des Deckgefieders,

in der Folge bis hin zur völligen Nacktheit des Vogels.

Vor allem bei Graupapageien ist gelegentlich eine Farbveränderung des Deckgefieders zu beobachten,

wie rote Federn in dem normalerweise grauen Federkleid.

Bei Amazonen sind es selten braune Federn die das Grün stellenweise ersetzen.

Es wird oft auch vermehrt Federstaub gebildet.

Das Schnabelhorn kann geschädigt werden und es kommt zu Brüchen und Rissen.


Gerade bei Kakadus wird oft der Oberschnabel von Nekrosen und brüchig-weichem Horn verändert.

Dies kann bis hin zum „Ausschuhen“ des Schnabels gehen.

Das Krallenwachstum kann ebenfalls verändert sein,

hier kommt es dann häufig zu starkem Wachstum und Verdrehung der Krallen.

Prognose und Therapie:

In sehr seltenen Fällen ist zwar eine Spontanheilung nach akutem Ausbruch beschrieben worden

aber die meisten Vögel sterben innerhalb von 1 1/2 Jahren nach Auftreten der Federveränderungen,

oft an den Sekundärinfektionen.

 Eine Therapie zur Heilung gibt es bis heute nicht.

Bei erkrankten Vögeln ist nur die Stärkung des Immunsystems

(z.B. durch Homöopathie und Vit. A )

und die Behandlung der Sekundärinfektionen,

sowie besondere Pflege des Schnabels und des Krallenhornes,möglich.

Bei zu großem Leiden des Vogels sollte ein „Erlösen“ des Tieres vorgezogen werden.

Eine Impfung ist in Deutschland noch nicht erlaubt!

Diagnose:

Am sichersten ist ein Virus-DNA- Nachweis.

Es werden mehrere Deckfedern, am besten veränderte,

gezogen und an ein Labor gesandt.

Da nicht in allen Federfollikeln das Virus vorhanden ist kann es jedoch zu falschen Ergebnissen kommen.

Deshalb ist bei Verdacht auf eine PBFD Erkrankung und negativem Testergebnis unbedingt eine Zweitkontrolle nach 6 Wochen vorzunehmen.

Auch mittels einer Blutprobe kann ein Virustest erfolgen,

aber auch hier kann es auf Grund einer Immunsuppression zu falschnegativem Nachweis kommen.

Am sichersten ist die Einsendung von Blut und Federn.

Bei gesunden Vögeln, die bei einer Routinekontrolle positiv getestet wurden,

ist nach einer 90tägigen Wartezeit,

in der der Vogel in Quarantäne zu halten ist,eine Nachkontrolle erforderlich.

Ist der Vogel weiter ohne jegliche Krankheitssymptome und der Test jetzt negativ,

war das erste Untersuchungsmaterial evtl. kontaminiert.

   

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